Texte, Töne, poetisch Philosophisches und Lieder von Jaspero Bernhardino – wer auch immer er ist oder sein kann.
Aus dem poetischen Tagebuch
10.09.2026
Regen
Ich sitze einfach da
Schau dem Regen zu
Höre sein Prasseln
Regen – wie schön Du bist
Mit Blitz und Donner
Einem Dach über mir
Der Muße des Älterwerdens
Dem Erbe der Ahnen
Gewachsener Kultur
Großartiger Regen
In dieser Stille
Kann ich Dich hören
25.07.2026
Morgen – Tanka
Es ist die Elster
an diesem kühlen Morgen
in meinem Garten
Ihr heiseres Gekrächze
ermöglicht mir zu schweigen
13.07.2026
Einsamkeit
Wenn es stimmt,
dass Einsamkeit die Folge von Sinnlosigkeit
und der Sinn des Lebens sein kreativer Verbrauch ist,
dann gibt es keine Einsamkeit in einem kreativen Leben,
dann bewegt Einsamkeit dazu, kreativ zu sein.
Ein Leben ohne Herausforderungen gibt es nicht.
Sie sind Quelle von Lebendigkeit, Kreativität und Lebenssinn.
Ist es so?
Stolpern
Die Dinge müssen aus mir heraus stolpern,
sonst kommen sie nicht ans Licht und bleiben im Dunkeln,
lenken von dort meine Schritte wie eine Karotte vor der Nase eines blinden Esels. Ich muss stolpern, sonst geht nichts voran. Den schnurgeraden steinlosen Weg gab es nie.
Schnurgerade waren nur Prophezeiungen, Versprechungen und Täuschungen, Blendungen von Großartigkeiten, fremden und eigenen.
Trau mich stolpern!
25.06.2026
Finden
Isolation – zur Ruhe kommen
mich finden
das Einfache im Komplexen
sprachlos werden
dann Sprache finden
aus dem Gedankenlosen
den Wolken
dem Nichts
Finden
Gut
in aller Früh
im Wald zu sein
dann einen grünen Tee
den Geist wecken
Nahrung für den Tag

Der Milan ruft
Rinder und Milane – über drei Highlandern die Rufe von zwei Milanen.

Im Strom der Zeit
Ein Lied über die Zeit, den Zufall und die Unwägbarkeiten auf dem Weg durchs eigene Leben.
An einen Dichter
Verlier Dich nicht
im Worteklang
Sei kein Prophet
Sei mit Dir selbst
auf Augenhöhe
Lass das Getöse
Pass auf
Dich nicht selbst zu überholen
und hinter Dir zu lassen
mit edlem Schwätz
Bleib mit Dir selbst im Reinen
wortlos
Überwältigt von
was nicht zu sagen ist
und nicht zu wissen
Sei still
und lausche, Dichter!

Blumen
Ich bin die Blumen
